Die 3 Stufen der Open Source Liebe

Ich benutze schon immer sehr gerne und viel quelloffene Software. Es gab dafür seit einigen Jahren 2 Gründe, die sich nach einander gezeigt haben. Doch seit kurzer Zeit ist ein dritter hinzu gekommen. Ich möchte sie nun der Reihe nach vorstellen. 
Also was ist eigentlich Open Source? Das Wort bedeutet so viel wie quelloffen – das heißt, dass ich den Quellcode eines Programms einsehen kann. Ich kann ihm unter die Haube gucken und sehe, wie es gemacht wurde. Wenn ich möchte kann ich es verändern und (in aller Regel) kostenfrei nutzen.

1. Yuhuu – kostenlos
Jeder in meiner Computer-Generation und darüber kennt sie, diese kleinen, silbernen (nein nicht die von AOL) Heft-CDs. Sie liegen seit Anbeginn der Zeit jedem Computermagazin bei. Auf ihnen findet man tausende kostenlose Programme die man eigentlich gar nicht braucht. Doch irgendwann, wenn man Glück hat, stolpert man über ein Programm, dass man wirklich gebrauchen kann. Da gibt es zum Beispiel Gimp, ein Bildbearbeitungsprogramm das für die meisten Anwendungen die Suche nach einer Raubkopie von Photoshop überflüssig macht. Damit durchbricht Open Source Software die traditionelle Maschinerie der Produkte und deren Preise.

Es war ohnehin immer schwierig Code zu behandeln wie ein Stück Rindfleisch und einfach ein Preisschild dran zu stecken. Ziemlich jeder PC Käufer hat jahrelang nach dem Kauf seines neuen office-grau-farbenen Kastens gemerkt, dass da „nicht mal Word drauf“ ist. Dann hat er irgendwie versucht von seinem schulpflichtigen Kind eine Ausbildungsbescheinigung zu bekommen um an eine wenigstens etwas günstigere Version von Microsoft Office zu kommen. Doch auch hier gibt es mittlerweile eine kostenlose, quelloffene Alternative: OpenOffice.

Neben alltäglicher Schreibarbeit ermöglichen einem solche Anwendungen aber auch einfach mal etwas anderes auszuprobieren. Für mich war es unter anderem das Audio-Schnitt-Programm Audacity, welches natürlich auch kostenlos und sehr nützlich ist, wenn man Musik bearbeiten möchte. Ohne viel Geld für vergleichbare Lösungen der Firma Magix auszugeben, kann man sich an der Vertonung selbst gesprochener Gedichte versuchen oder doch noch die Karriere als Rapper starten.

2. Richtig gute Software
Nun ist es eine Sache dass diese Programme nichts kosten. Aber wer zum Beispiel wirklich professionelle Bildbearbeitung machen muss, wird kaum um Photoshop herum kommen. Doch es gibt auch Open Source Programme die einfach deutlich besser sind als die Bezahlversionen. Für viele war das vielleicht der Browser Firefox oder Mozilla, wie er zu Zeiten der Heft-CDs hieß. Mittlerweile hat Microsoft sicherlich qualitativ nachgezogen. Aber seiner Zeit war Firefox dem Internet Explorer um Meilen voraus und das nicht nur im Aspekt Benutzerfreundlichkeit sondern auch bei der Sicherheit. Natürlich kostet der Internet Explorer auch nichts, weil er bei jedem Windows dabei ist – aber was kostet Windows noch gleich?

Damit bin ich auch schon beim nächsten Beispiel: Ubuntu – ein Betriebssystem, das einfach ganz grundsätzlich deutlich besser ist als alles was das Haus Microsoft je verlassen hat. Zu einem gewissen Grad ist das sicher Geschmackssache. Aber es hat auch etwa logisches: Ein Programm das jeder bearbeiten kann, wird stetig besser. Es wird von den eigenen Benutzern weiterentwickeln, so wie es am besten ist. Dafür ist keine aufwendige Maschinerie von Entwicklern nötig, die sich zunächst Feedback von den Nutzern holen müssen. Die Nutzer entwickeln das Programm selbst.

3. Mach ’s dir selbst
Dies ist der neuste Punkt in dieser Liste. Es geht um den Mitmach-Charakter von Open Source Software. Diesen habe ich das erste Mal erlebt als ich ein Problem mit einem sehr speziellen Programm gehabt habe: ROS. Das ist ein Betriebssystem für Roboter, das hauptsächlich in der Forschung eingesetzt wird. Ich hatte das Problem, dass eine Komponente dieses Systems mir nicht die Daten lieferte, die ich brauchte. Als wenn man bei Firefox bestimmte Seiten nicht öffnen könnte. Was hätte ich gemacht, wenn dies ein kommerzielles Produkt gewesen wäre? Ich hätte zuerst einen Servicevertrag abschließen müssen, damit mir dann Leute bei einer teuren Hotline sagen können, dass das Feature, das ich benötige in einem halben Jahr verfügbar ist.

Doch hier konnte ich einfach in den Quellcode schauen, ein paar Zeilen ändern, und war zufrieden. Meine Änderung ist jetzt ein Teil von ROS. Dadurch ist es ein kleines Bisschen besser geworden und andere Leute werden mein Problem in der Zukunft nicht mehr haben.

Jedem, der nun selbst bei einem solchen Projekt mitmachen möchte, sei noch ein Wort gesagt: Man muss nicht programmieren können. Die meiste Arbeit in solchen Projekten wird ohne eine Zeile Code gemacht und in jedem Fall kann man eine Menge lernen. Aber auch sie trägt zur Qualität dieser Software bei und nützt am Ende allen. Beim Finden des richtigen Projekts hilft diese Seite.

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